www.wolffsohn.de


23.01.2010

Käßmanns Geschichte



„Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Muss man Bischöfin Käßmann und andere Würden- oder Amtsträger an diesen neutestamentlichen Satz (Lukas 23. 34) erinnern? Dass es fürs Christentum keinen „gerechten Krieg" gäbe, ist eher eine Erfindung der EKD-Ratsvorsitzenden als eine auf Kenntnissen fußende Erkenntnis.

Auch das ist neu: Eine absolut integre deutsche Top-Persönlichkeit spricht den von Hitler angegriffenen und der Vernichtung ausgesetzen Völkern die Berechtigung ab, sich dem Angriffskrieg Hitlers widersetzt, Frieden und Holocaust-Ende durchgesetzt haben.

Versteht Frau Käßmann nicht, dass sie damit Hitlers Vorgehen rechtfertigt? Versteht Frau Käßmann nicht, dass sie als Repräsentantin der „Mitte der Gesellschaft" die bisher am Rand der Gesellschaft operierenden „Revisionisten" in die Mitte der Gesellschaft führt? Versteht Frau Käßmann nicht, dass sie den Gründungskonsens der Welt- und Wertordnung nach 1945 verwirft? Weiß sie nicht, dass die Westmächte bis zur Selbstgefährdung und Selbstaufgabe Hitler entgegenkamen und durch dieses „Appeasement" seinen Kriegshunger sowie seine Kriegs- und Holocaustfähigkeit verstärkten?

„Umkehr" kennen Christentum und Judentum. Kehren Sie um, Bischöfin Käßmann!



(Meldungen ohne oder mit fehlerhaften Link auf den Artikel stehen online nicht (mehr) zur Verfügung; bei kostenpflichtigen Angeboten ist es evtl. möglich, dass der Artikel nach Anmeldung bei den jeweiligen Anbieter abgerufen werden kann.)