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13.03.2010
Wolffsohn & Wagner lesen aus Bibel und Koran
Artikel in Die Welt über die Lesungen von Prof. Wolffsohn am Bayerisches Staatsschauspiel am 11.03.2010.
Schwarze Bühne, zwei Lesetische.Eine Frau und ein Mann treten ein.Ihr roter Gürtel und seine Krawatte sind das einzig Farbige im Raum. Eine Szenerie wie im dokumentarischen Theater der Sechziger(...)
Um der Gemeinsamkeit und den Unterschieden auf den Grund zu gehen, tritt der Münchner Historiker Michael Wolffsohn unter dem Titel "Drei Ringe - kein Lessing" an drei Abenden zusammen mit Schauspielern des Bayerischen Staatsschauspiels auf, um die Urtexte zu lesen und zu befragen. (...)
Obwohl Wolffsohn vom Blatt liest, wirkt er wie ein einer, der sich jetzt im Augenblick eine Frage stellt. Nachdenklich ergründet er das Gemeinsame und das Trennende. Was hat es zu bedeuten, dass die Christen eine Trinität anbeten, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Sind die jüdischen Urtexte wirklich so akkurat monotheistisch? Und warum ist es so wichtig, dass Allah der einzige ist und viel zu erhaben, um einen Sohn in die Welt zu schicken?
Wir lieben die Ringparabel für ihre Toleranz. Doch die drei Ringe sind nur bei Lessing gleich. (...)
Wolffsohn will nicht das dokumentarische Theater neu erfinden. "Ich will nicht agitieren oder indoktrinieren", sagt er. Er ordnet die Texte ein. Schlussfolgern muss das Publikum selbst. Es ist keine neue Theaterform, aber eine wirkungsvolle. Die Lesung auf einer Bühne bringt die Wucht der alten Texte unverdünnt zur Geltung.
12. April: "Von Engeln, Männern, Jungfrauen und Altfrauen"; 3. Mai: ",Abrahamiten' oder Wem gehört dass Heilige Land?"
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