Das Gute am Antisemitismus

Ist Judenfeindschaft eine Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft?

In der Zeitung "Die Welt" skizziert Michael Wolffsohn eine ketzerische These: "Sogar der Antisemitismus hat seine guten Seiten. Obwohl seit rund dreitausend Jahren Juden unterschiedslos diskriminierend oder liquidierend, hilft die Judenfeindschaft dem Überleben des seit dem 19. Jahrhundert mehrheitlich nichtreligiösen jüdischen Kollektivs. Freilich auf Kosten von Millionen jüdischen Individuen."

Wolffsohns Fazit lautet: "Antisemiten und Antizionisten aller Länder, vergesst euren Unsinn. Ihr schafft es (gottlob) nicht, die Welt judenrein umzuformen. Diese kümmerlichen 0,2 Prozent der Weltbevölkerung tun euch nichts und der Menschheit viel Gutes. Eure unfreiwillige Judenrettung mag für uns Juden langfristig, historisch, ein Rettungsanker sein. Dankend verzichten wir auf diesen und suchen andere. Unsere Tradition bietet Klügeres und Menschlicheres als eure."

Der Beitrag im Feuilleton der "Welt" vom vom 20. Dezember 2018, Seite 21, war zunächst nicht online abrufbar.

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