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Wolffsohn entzieht sich jeder Vereinnahmung konsequent und dickköpfig. Er mag das nicht, das »diplomatische Ver- und Übermitteln oder das verdeckende Überzuckern«, er ist weder Befehlsempfänger noch Diplomat sondern Professor geworden, weil das von "profiteri" komme - von "Bekennen".

Cora Stephan in der "Welt"

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Neue Gangart der US-Außenpolitik: Wie soll Europa reagieren? 

Ein neues Schlagwort überschattet die Beziehungen zwischen den USA und Europa: die „Donroe-Doktrin“.

US-Präsident Donald Trump benutzte den Begriff selbst am Tag nach seinem Militärschlag gegen Venezuela, erklärte offiziell, dass die rund 200 Jahre alte „Monroe-Doktrin“ von der US-Regierung wieder gilt. Die USA betrachten demnach den gesamten Kontinent – Nord- und Südamerika, mitsamt den Anrainer-Staaten – als ihr Einflussgebiet und sind bereit, die Region gegen Widerstand aus Europa zu schützen.

Ernst nehmen sollten Deutschland und Europa die Signale in jedem Fall, sagt Historiker Prof. Michael Wolffsohn zu BILD: „Deutschland und Europa müssen sich auf die neue Gangart der Amerikaner einstellen. Die USA machen klar: Wir reden nicht nur, wir handeln! Donald Trump reizt aus, was zu haben ist. Und jeder sollte vor seiner Haustür kehren!“

Grönlands und Dänemarks Empörung über US-Pläne für Grönland sei „Moralapostelei“, findet Wolffsohn: „Faktisch ist Grönland, trotz ‚Autonomie‘, eine Kolonie. Seit Jahrzehnten beharren die Grönländer auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von Dänemark. Und jetzt wird uns die Bindung an Dänemark als ‚Selbstbestimmung‘ verkauft. Das ist Heuchelei!“

Den USA gehe es um den „moral-schwachen, aber machtstarken Anspruch, gesamtwestliche strategische Interessen gegen die beiden anderen Großmächte Russland und China“ zu beschützen. „Diese US-Signale dürfen wir Europäer nicht länger als Wortgeklingel abtun, sondern wir müssen selbst aktiv werden. Schon aus diesem Grund darf etwa das Mercosur-Abkommen mit Südamerika auf keinen Fall scheitern.“

Artikel in Bildplus vom 8. Januar 2026 (lesbar für Abonnenten)