Regime-Change im Iran ist Wunschvorstellung
Das Mullah-Regime im Iran ist durch die Tötung des Revolutionsführers Ali Chamenei beschädigt, aber nicht ausgeschaltet.
Man muss sich das vorstellen wie eine Hydra: Ein Kopf wird abgeschlagen und verschiedene Köpfe wachsen nach. Das iranische Revolutionssystem hatte eine Planung für den Fall der Fälle, und getötete Funktionäre wurden bis in die untersten Ebenen durch Stellvertreter ersetzt. Insofern war das keine Ein-Mann-Diktatur, sondern ist ein breites Regime, das durch die Gewährung von Vorteilen eine breite Schicht von Mitmachern aufgebaut hat.
Natürlich hat das System im Iran durch die Ausschaltung der Führungsschicht Risse bekommen. Das heißt aber nicht, dass diese Risse zum Zusammenbruch führen. Die Erwartung, dass es jetzt zu einem Regime-Change kommen würde, ist eine Wunschvorstellung. Ähnlich haben wir das auch bei der Hamas und der Hisbollah gesehen: Führende Köpfe wurden ausgeschaltet, aber die Organisation hat überlebt.
Die wichtigsten weltpolitischen Ziele im Hinblick auf Iran sind erstens die Zerstörung des Nuklear-Potenzials und zweitens die Zerstörung des Raketen-Potenzials. Die dritte Frage ist, ob es im Iran Gruppierungen oder Volksgruppen gibt, die bereit sind, notfalls mit Einsatz des eigenen Lebens dieses Regime zu stürzen. Die Frage ist nicht, ob Iraner gegen das Regime auf die Straße gehen, sondern ob es eine Hausmacht gibt, die zum Sturz des Regimes in der Lage ist.
Diskussion bei hart aber fair im Ersten zum Thema: Angriff auf Irans Regime: Wohin führt der neue Krieg?
(2. März 2026)
