Iran-Krieg: Die Mitschuld der internationalen Gemeinschaft
Wäre der Krieg zwischen dem Iran und den USA plus Israel vermeidbar gewesen?
Ja, das wäre er. Natürlich nicht gestern und vorgestern, aber durch eine langfristige Politik.
Die internationale Gemeinschaft muss sich selbstkritisch befragen, ob sie richtig vorgegangen ist. Und die Antwort heißt: nein. Denn seit Ende der 1990er Jahre hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass der Iran nuklear aufrüstet und ballistische Raketen entwickelt. Er wurde dafür als Spinner, Nörgler und so weiter dargestellt. Jetzt wissen wir, was los ist.
Bislang ist es nicht gelungen, das Raketenpotenzial des Iran zu begrenzen, geschweige denn abzurüsten. Das Gleiche gilt für die Nuklearisierung des Iran und natürlich auch für die Gefährdung der gesamten Region im Nahen Osten, die Umzingelung nicht nur Israels, sondern auch der Golfstaaten und anderer gemäßigter sunnitischer Staaten.
Die internationale Gemeinschaft trägt für diese Situation ein gerüttelt Maß an Verantwortung. Viel reden, wie das jetzt Außenminister Johann Wadephul und sein französischer Amtskollege Jean-Noël Barrot getan haben, hilft nicht.
Interview mit dem Deutschlandfunk am 19. März 2026
