Wer die Bibel nicht kennt, ist ein Banause
Die WELT am Sonntag hat mich eingeladen, in der Rubrik "Biografie in Büchern" meine Lieblingslektüre vorzustellen.
Meine Nummer eins: Die Bibel. Was denn sonst? Und natürlich das Alte und Neue Testament.
Für mich ist die Bibel weniger ein Buch mit Geschichten und Gedanken über Gott, dessen Sein oder Nichtsein, als vielmehr das Buch über den Menschen – in all seinen wunderbaren und widerlichen Seinsfacetten. Welches Buch sonst enthält noch soviele Elemente aus der Älteren Welt, auch der höchst lesenswerten polytheistischen Weisheitsliteraturen? Wer, auch als Atheist, die Bibel nicht kennt, ist für mich nah am Banausentum.
„Am Anfang“, meinem Bibel-Anfang, war eine hebräische Kinderbibel, dann eine deutsche. Die eine so läppisch nacherzählt wie die andere, diese so abstoßend illustriert wie jene. Da es an meinem West-Berliner Gymnasium natürlich keinen jüdischen Religionsunterricht gab, nahm ich freiwillig am evangelischen teil. Der Lehrer war großartig. Ganz anders als die evangelischen Religionslehrer meiner drei Kinder wusste jener, wovon er sprach – und weckte existenzielles und religiöses Interesse. Mit 18 Jahren wollte ich Reformrabbiner werden. Dieses Los blieb meinen Glaubensgenossen und mir erspart, aber bis heute lese ich immer wieder im, jawohl, „Buch der Bücher“. Es ist eben Weltliteratur.
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