Historiker widersprechen Merz-Vorwurf gegen AfD
Die Partei plane eine „ethnische Säuberung“ in Deutschland, hatte der Kanzler im Bundestag behauptet.
Friedrich Merz spielte damit auf die Migrationspolitik der Rechten an, die diese selbst als Remigration bezeichnen. Dieses Konzept sei „nichts anderes als eine ethnische Säuberung nach Hautfarbe und Herkunft“, sagte der Kanzler in der Generaldebatte im Bundestag am 8. September 2026, wenige Tage nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
„Bei aller Kritik an den Remigrationsplänen der AfD kann von einer ethnischen Säuberung keine Rede sein“, sagte Michael Wolffsohn zu BILD. Denn: Eine gewaltsame Vertreibung kann er bei der AfD nicht erkennen. Grundsätzlich rät der Historiker zur verbalen Abrüstung: „Noch mehr Öl sollten wir derzeit nicht ins Feuer gießen.“
Andreas Rödder, Historiker und Professor für Neueste Geschichte, erklärte: „Was die AfD migrationspolitisch fordert, mag man ablehnen.“ Aber: „Eine ethnische Säuberung, wie wir sie aus der Geschichte kennen und die stets mit Gewaltmaßnahmen verbunden war, ist es nicht.“
Der Artikel in BILD vom 9. September 2026
