Jüdisch-arabische Zusammenarbeit ist einzige Überlebenschance für Israel
Nach der Parlamentswahl steht Israel vor einer entscheidenden Weichenstellung: Soll Israel ein „jüdischer Staat“ sein, ein „mehrheitlich jüdischer Staat“ oder ein „jüdisch-arabischer Staat“?
Die strategisch einzige Überlebenschance für ein befriedetes Israel sehe ich in einer jüdisch-arabischen Koalition oder der Duldung einer Minderheitsregierung des Blockes von Gadi Eisenkot durch arabische Parteien.
Es gab schon von 2021 bis 2022 unter Yair Lapid und Naftali Bennet die faktische Beteiligung der Vereinigten Arabischen Liste Ra’am. Das sind Muslimbrüder, die eigentlich Fundamentalisten sind. Aber die israelischen Muslimbrüder unter Mansour Abbas sind sehr pragmatisch und haben mit der damaligen Regierung zusammengearbeitet.
Wenn der Block um Eisenkot mit muslimischen Parteien kooperieren sollte, dann müsste die areligiöse und teilweise antireligiöse bisherige zionistische Opposition den Muslimen gegenüber Konzessionen machen. Das würde bedeuten, dass sie auch den religiösen und ultraorthodoxen Juden gegenüber Kompromisse eingehen müsste. Das wäre ein Schritt in Richtung einer doppelten Befriedung, sowohl den Arabern in Israel gegenüber als auch den orthodoxen Juden. Alles andere halte ich für das programmierte Chaos.
Diskussion im Forum von SWR Kultur am 28. Oktober 2026
